Adolorescenza ist tot, es lebe Adolorescenza ;)

 

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Gefühle vergessen

Titel: Zeitgefühl

Bessere Version des Fotos folgt in ein paar Tagen

Vorbei. 
Es gab viele Auswege, doch ich habe mich für den Einfachsten entschieden. 
Das ist der Grund, warum ich heute lebe; das habe ich allein mir zu verdanken, ich habe mir selbst ein neues Leben geschenkt. 
Den Richtern habe ich aufs Wort genau das gesagt, was sie hören wollten, doch sie haben es trotzdem nicht erwartet. 
Darum bin ich nun frei, so frei, wie ich noch nie war, und ich kann dadurch ein neues Leben 
beginnen. Jenes wird so grundsätzlich anders sein als meine vorherige Kriegsmacherei, wie ich es mir, im Moment, noch gar nicht vorstellen kann. 
Ich habe mich von meinen Idealen leiten lassen, wie sich sonst nur Narren verleiten lassen können. 
Für mein Vaterland habe ich gekämpft, ein Vaterland, das damals noch nicht existierte. 
Diejenigen, die sich mein Werk zunutze gemacht haben, sind nicht von Idealen geleitet, nur von sich selber, ihrer Machtgier zuliebe. 
Aber bin ich nicht auch selber dieser Machtgier verfallen? Was berechtigt mich dazu, mich von dieser Masse an menschlicher Geier abzuheben? 
Es ist mir gleichgültig, denn meine Utopie hat sich in Realität gewandelt. 
Erst jetzt sehe ich das ungeschminkte Gesicht meiner so schönen Ideen. 
Ein korruptes Konstrukt, das auf Blut gebaut ist; Blut, das ich vergossen habe, im Namen meiner Ideen, die sich nun gegen mich gestellt haben. 
Nun habe ich meinen Kopf selber aus den Flammen geholt, ich lebe… 
Unwichtig scheint mir nun alles, alles was mich umgibt, alles was in diesem Land, ja, in dieser ganzen Welt geschieht, welchen Wert sollte es noch für mich haben? 
Erschöpft und müde, so könnte man mich bezeichnen, und so ähnlich sind diese beiden Begriffe gar nicht. 
Meine Gedanken bewegen sich schnell, wie damals meine Männer in der Schlacht. 
Männer, die Söhne, Väter und Ehemänner waren, die für ein Vaterland gestorben sind, das damals noch in der Wiege lag, und sie nicht kannte. 
Ein Vaterland, das nur geboren werden konnte, indem es seine eigenen Söhne in den Tod geschickt hat - angeführt durch mich. 
Ist es nicht eine Ironie des Schicksals, dass gerade ich diese Aufgabe ausführen musste, die doch scheinbar durch Gottes Willen befürwortet wurde… 
Gott will also, dass Länder aus dem Blut hervorgehen, nur um danach noch mehr Blut vergießen zu können, um ihre Position zu legitimieren? 
Mein Blut bekommen sie nicht, zumindest nicht heute, auch wenn es eine sehr gut geplante Tarnung für ihr Blutvergießen gewesen wäre. 
Nun verlasse ich die Bühne dieses Theaters, das die große Welt darstellt, meine Rolle ist zu Ende gespielt… Nicht durch ein heroisches Ende, sondern in der denkbar verachtenswertesten Art. Zumindest in den Augen derer, die den Mut preisen, diesen Mut, der durstig und hungrig nach Blut und Anerkennung ist. 
Wird jemals jemand diese Bühne besteigen, diese Bühne der Macht, der je an etwas anderes denken wird als an seine Macht? 
Derjenige könnte vielleicht dieses grausige Schauspiel neu besetzen und seine Handlung umschreiben. 
Der Vorhang fällt nicht heute, nicht durch mich, nicht meinetwegen. 
Der Tag war lang und er endet hier, nicht durch meinen Tod, sondern durch 
seinen friedvolleren Bruder, dem Schlaf.

Alltäglich
will ich 
nicht sein
denn
das sind nur
die Ahnungslosen

Herausstechen
aus der Masse
der Alltäglichen
wünsche ich mir
nicht
denn
so sind nur
die Heuchler

Träumerisch
möchte ich sein
denn nur so
lebe ich
sorgenfrei

Liebesgedichte
schreibe ich
denn
Liebesworte
gibt es
nicht

Ausschliesslich
durch diese Schrift
ist mir bewusst
dass ich bin
was ich 
mir wünsche

Der Spiegel
unbeteiligt
weit unten
ich
sehe ihn
und mich

Der Fall
beginnt 
langsam
schneller
kommt sie
die gläserne
Fläche
näher
ich mir

Hindurch
breche ich
durch ihn
durch mich
ein Spiegel
weiter unten
zerschellt
und zerschneidet
mein Ich

Hunderte
breche ich
bis
zur letzten
Scheibe
dann
kein Bild mehr
und ich
zersplittert
aber
ich selbst

Tränen in den Augen
ein Traum dahinter
meine Existenz
doch
bringt es uns
nebensächlich
es bringt das Leben
zu Tode

Hinein

möchte ich

schauen

in mich

Doch dann

sehe ich

keinen Spiegel

der mich

erkennt



Gesichter

andere

und ihre Geschichten

erscheinen



Und ich

bleibe verborgen

in meinen

Vorstellungen

und

Verstellungen

Benedetto Croce diceva che fino a vent’anni tutti scrivono poesie e che, da quest’età in poi, ci sono due categorie di persone che continuano a scrivere: i poeti e i cretini. Allora, io mi sono rifugiato prudentemente nella canzone che, in quanto forma d’arte mista, mi consente scappatoie non indifferenti, là dove manca l’esuberanza creativa.

Io in ogni caso continuo a scrivere, non mi interessa se mi chiameranno cretino, perché i cretini di un’epoca in un’altra potrebbero essere visti diversamente.

Keine Worte mehr
in meinem Kopf
alle verwandelt
in Tränen
und Splitter
in meinem Herzen

Dankbar
und wütend
bin ich
beides
für immer
(vielleicht) 

Heimat
sagte mal jemand
ist dort
wo es weh tut

Ich fühle
keinen Schmerz
und doch
sticht es
in mir

Heimat
ist nirgends
und überall
wo ich
mit mir bin 

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